Die Schülerinnen und Schüler der Goetheschule in Wiesbaden malen und gestalten zum Thema: „Der tiefe Blick in das Auge des Lebens“. Bei ihren Studien schulen die Schülerinnen und Schüler ihre Beobachtungsgabe, indem sie die Augen verschiedener Lebewesen (Tiere) genau betrachten und malen. So betrachten die Schülerinnen und Schüler das Auge des Kugelfisches, des Chamäleons, der Eule, des Gorillas und anderer Tiere genauestens. Die Schülerinnen und Schüler wagen den Blick in die Innenwelt der Tiere.
In Kunstgesprächen suchen sie Antworten auf Fragen nach den Möglichkeiten zum Schutz der Artenvielfalten. Für die Gestaltung der Kratztechnik „Wachs-Sgraffito“ verwenden die Schülerinnen und Schüler Papier im Format DIN A4, Wachsmalstifte, Radiergummi, Schaber, Zahnstocher sowie die Spitzen der Lineale.
Der freie und unbefangene Umgang mit dem Thema Kunst und Natur wurde in verschiedenen Thematiken bearbeitet und in unterschiedlichen Glasobjekten zum Ausdruck gebracht.
Das Thema Umweltschutz und der Wunsch im Alltag einen persönlichen Einsatz zu erbringen, indem nicht nur Plastikmüll reduziert, sondern aktiv eine Hilfsorganisation zur Reinigung der Weltmeere unterstützt wird. Der Wandel unseres Klimas, bedingt durch unsere Auffassung des Vielreisens wurde ebenfalls in einem Objekt dargestellt. Die detaillierte Darstellung des Lebensraumes einer Spinne wurde in einem Hohlglasobjekt eingefangen, so als hätte sie dort wirklich ihr Netz gespannt. Des Weiteren könnte man in den zeitgenössischen Darstellungen der Glasmalereien eine abstrakte Abbildung eines Zellkerns erkennen.
Aber auch die spirituelle Verbindung zum Mond und damit zum Weltall wurde durch die Wolfsabbildung offensichtlich.
Dies offenbart, dass alles miteinander verbunden ist – Mikro-, und Makrokosmos.
Tierportraits – Hochreliefs aus Eierkartons und Pappe
Projekt der Klassen 4a und 4b Künstlerische Leitung: Frau Danz
Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit der Bedeutung von Tieren für den Menschen und dessen Umwelt (Haustiere, Nutztiere, Wilde Ziere, Zootiere). Sie sprachen darüber, welchen Bezug sie persönlich zu Tieren haben und welches ihr Lieblingstier ist. Anschließend suchten sie sich ein Tier aus, welches sie als Portrait darstellen wollten.
Für die Gestaltung der Tierportraits wurden Eierkartons und Verpackungspappe verwendet. Das Upcycling dieser eigentlichen Abfallprodukte zeigte sich als besonders inspirierend für die Kinder. Rege tauschten sie sich über die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten aus. Auch die Verzierung des Rahmens war vielen Kindern wichtig. Er unterstreicht den Stellenwert der Tiere und würdigt diese nochmal in besonderer Weise.
Natur(worte) & KI = Schülerinnen und Schüler übersetzen
Projekt der Klasse 3b
Künstlerische Begleitung Frau Boedeker in Kooperation mit Frau Köbel-Grosser
Die Schülerinnen und Schüler erstellten in Gruppen Mindmaps zum Thema “Natur”, um ihre Begriffe, Vorstellungen und Ideen zu ordnen. Sie waren nicht an Problemen interessiert, sondern eher an der Idylle. Dank der Englischlehrerin wurden die gesammelten Begriffe ins Englische übersetzt und von den Kindern in craiyon.com eingegeben. Jede Gruppe machte dieses selbstständig an einem IPad. Craiyon.com ist eine frei zugängliche KI, die aus vorgegeben Worten ein Bild entwickelt. Nach einigen Veränderungen und Verbesserungen (mal wurde ein Wort hinzugefügt mal entfernt) wählten die Gruppen ihr Lieblingsbild aus und stellten es der Klasse am Smartboard vor. Die ausgewählten Bilder druckten wir aus und überlegten gemeinsam, wie wir die von der KI entworfenen Bilder umsetzen können, um sie wieder “richtig” zu unserem Bild zu machen. Die Schülerinnen und Schüler haben experimentiert: mit Wasserfarbaufträgen lasierend und deckend, mit Collagen, dem Aufkleben von Filzwolle, dem Aufbringen von Folie und auch dem Aufkleben von gewickelten Papiergarnen. Auf diese Art entstanden die idealisierten Naturbilder mit Akzenten, die dem KI-Bild sehr ähneln aber wieder etwas Neues sind.
Schülerinnen und Schüler: Kim, Maya, Nicole und Elias künstlerische Begeleitung: Frau Altmayer und Herr Vöckel
Die Schülerinnen und Schüler einer 9. Klasse haben sich mit dem Krieg gegen die Ukraine auseinandergesetzt. In frei-assioziativer Form entstanden Skizzen, welche ikonografische Bilder zu dieser Thematik zitieren. Da bereits die ersten getuschten Zeichnungen größte Eindringlichkeit entwickelten wurde entschieden, die Zeichnungen mit ihrem skizzenhaften Charakter auf große Formate von je 100cm x 70cm zu übertragen. Entstanden sind vier Positionen zum Individuum und zur Menschlichkeit im Krieg. Da ist ein Soldat – der Munchs Schrei gleich – sich unter den Horror des Bombenkriegs duckt und seine Ohren zuhält um den Terror auszuschließen. Seine Augen verraten, dass ihm dies nicht selbst gelingen kann und flehen daher gleichzeitig um Hilfe. Im Hintergrund erahnt man weitere Personen die gezwungen sind, mit der Zerstörung umzugehen. Der gefallene Soldat, viel zu jung zum Sterben, erinnert an Fotografien aus dem Vietnam-Krieg. Er erregt unser Mitleid und erhebt gleichzeitig einen ungeheuren Vorwurf an alle, die etwas gegen den Krieg hätten tun können. Er prangert die Gleichgültigkeit derer an, die lange wussten, dass der Ukraine Unrecht angetan wurde und werden würde. Zwei Menschen halten und trösten sich. Auch wenn die Pose einer Pietà ähnelt, wird nicht der Tod eines Menschen betrauert, sondern zwei Lebende betrauern sich gegenseitig. Vom Krieg gezeichnet und eng aneinander geschmiegt müssen die Dargestellten gegenseitig ihr Ende fürchten. Der Engel, der die Zerstörung einer Stadt betrachtet weckt die Assoziation zu den ausgebombten deutschen Städten. In Anlehnung an ein Foto des verwüsteten Dresden, blickt der Engel über die Trümmerwüste und kann sie dennoch nicht überblicken, zumal der Bombenhagel andauert und die Landschaft andeutet, dass kein Ende in Sicht ist. Das Werk erschrickt die Betrachtenden, was die Wirkung als Statement gegen den Krieg keinesfalls mindert. Die Betrachtenden weichen nicht erschrocken vom Bild zurück, sondern erschrecken, durch die Fülle an Details und die technische Finesse der Malerei, gleichsam auf das Bild zu. Der Schauder und die Gefühle des Mitleids und der Trauer entwickeln in uns einen kathartischen Effekt. Uns wird bewusst, dass das Verdrängen von Bedenken gegenüber autoritären Regimen, zugunsten unseres eigenen Wohlstands, andere in Elend und Tod stürzt. Das verbindende Element des Einstein-Zitats zeigt, dass wir schon viel früher hätten wissen müssen, das die Kosten eines Krieges bei Weitem das übersteigt, als das was wir zur Sicherung von Frieden und Wohlstand für alle hätten aufwenden müssen. Dass wir diesen Vorwurf von Menschen gemacht bekommen, die zum Zeitpunkt des Beginns des Konfliktes gerade erst in die Schule kamen, ist bitter. Es lässt aber zweierlei hoffen: Jugendliche sind keineswegs uninteressiert am Schicksal ihrer Mitmenschen und es zeigt, dass wir es immerhin geschafft haben, der nächsten Generation den Wunsch nach Frieden und Wohlergehen Aller weiterzugeben.
In diesem Jahr reichen wir drei verschiedene Projekte aus unterschiedlichen Jahrgängen ein. Im Zentrum unserer Projekte stand eine kreative Auseinandersetzung mit der Natur.
Im Jahrgang 1 erschufen die Schülerinnen und Schüler bunte und leuchtende Unterwasserlebewesen. In Vorbereitung auf unser Projekt lernten die Kinder den Künstler Paul Klee und sein Werk‚ der Goldfisch‘, kennen. Gemeinsam haben wir Besonderheiten des Gemäldes herausgearbeitet und festgestellt, dass der Fisch und seine Umgebung durch die leuchtenden Farben auf dem dunklen Hintergrund an Kratzbilder erinnert. Somit lernten die Schülerinnen und Schüler eine neue Art der Bildgestaltung kennen, denn bei der Sgraffito – Technik wird nach dem Auftrag verschiedenfarbiger Schichten die oberste abgekratzt und Teile der darunterliegenden Farbschicht freigelegt, sodass ein Farbkontrast entsteht.
Die Lernenden bemalten zunächst ein Blatt bunt mit Wachsmalstiften, im Anschluss wurde eine Schicht aus schwarzer Farbe und etwas Spülmittel aufgetragen. Letzteres sorgt dafür, dass sich die schwarze Farbe an den gewünschten Stellen wieder entfernen lässt. Im Anschluss skizzierten die Schülerinnen und Schüler eine Unterwasserwelt aus verschiedenen Pflanzen, Fischen und fantasievollen Kreaturen, die sie im letzten Schritt auf ihr Bild übertrugen.
Auch im Jahrgang 3 thematisierten wir die Natur Unterwasser. Zunächst sammelten die Schülerinnen und Schüler durch das Betrachten verschiedener Korallenriffe sinnliche Eindrücke, die uns in der Projektarbeit als Inspiration dienten. Dabei ging es nicht nur um die Korallen selbst sondern auch darum, welche Bewohner sich in den bunten Riffen tummeln.
Im Anschluss sollten die Schülerinnen und Schüler selbst eine Meereslandschaft gestalten. Zunächst sammelten die Kinder verschiedene Ideen und Darstellungsmöglichkeiten für ihre Unterwasserwelt und planten ihr Korallenriff im Schuhkarton Schritt für Schritt. Nachfolgend gestalteten die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Materialien wie Tonpapier, Sand und Muscheln ihre eigene kleine Welt.
Die Kinder zeigten im gesamten Projekt großen Ideenreichtum viel Kreativität.
Das dritte Projekt ist mit einer zweiten Klasse entstanden. Dieses Mal haben wir uns mit der Natur in unserer unmittelbaren Umgebung auseinandergesetzt und unseren Schulhof unter die Lupe genommen. Nach dem Vorbild von Andy Goldsworthy legten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen verschiedene Muster und Bilder mit Materialien, die sie auf dem Schulhof finden konnten. Mit dem Farbspiel der Natur im Herbst entstanden wunderschöne Werke, die wir mit einem Foto festhielten.
Das Projekt wurde von Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten bearbeitet. So hat sich die Klasse 5 mit der Gestaltung eines Namensschriftzuges nach Hundertwasser beschäftigt. Die Lernenden der Klasse 6 haben wirkungsvolle Werbeplakate zum Insektenschutz im Rahmen des Europäischen Wettbewerbs erstellt. Außerdem haben sie sich mit dem Thema Trolle auseinandergesetzt und Trolle entworfen, Steckbriefe angefertigt sowie entsprechende Figuren aus Ton geformt. Die Klasse 7 hat die berühmte Mona Lisa einer Typveränderung unterzogen und eine Corona Lisa mit Maskegestaltet. Daneben haben sie Räume nach René Magritte mit ihren persönlichen Werten kreiert. Die Klasse 9 hat für verschiedene Zielgruppen Handys designt und in Anlehnung an den weltberühmten Streetart-Künstler Banksy ein Ratten-Schablonen-Graffiti zu einem sozialkritischen Thema geschaffen.
Zum Motto der Kunstausstellung sind fantastische Glasskulpturen entstanden, die ihren ganzen Reiz durch die Lichtreflexe in der originalen Begegnung entfaltet.
Hier können Familien Kaffee kochen
Künstlerische Begleitung: Andrea Hebgen
Der dritte Jahrgang der Ausbildungsberufe Glasmaler:in sowie Kanten- und Flächenveredler:in hat sich in einer gemeinsamen Projektarbeit mit dem Bild Hier können Familien Kaffee kochen von Hans Baluschek (1870-1935) beschäftigt. Bei dem Original handelt es sich um ein Ölgemälde, das 1895 entstand und eine Größe von 65,5 cm x 98 cm hat. Der Künstler Hans Baluschek, dessen 150. Geburtstagsjubiläum im letzten Jahr auch mit einer Ausstellung im Berliner Bröhan-Museum begangen wurde, wäre erstaunt wie aktuell seine Arbeiten in der Gegenwart sind.
Als Naturalist und sozialkritischer Künstler lag sein Augenmerk auf dem gemeinen Leben. Ungeschönt bildete er die Nichtprivilegierten seiner Zeit ab. In dem Werk geht es im Kern um den kreativen Umgang mit dem Verbot für Gaststätten Getränke und Speisen zu verkaufen. Es wurde erlassen, da sich die Wirte der Ausflugslokale im Berliner Umland weigerten die preußischen Getränkekonzessionen zu zahlen. Vor diesem Hintergrund entstand die originelle Idee, den Gästen lediglich die Geschirrnutzung und heißes Wasser in Rechnung zu stellen. Getränke und Speisen brachten die Gäste selbst mit. Hieraus entstand der Slogan „Hier können Familien Kaffee kochen“, der überwiegend im Berliner Raum das Milieu der Kleinbürger und Arbeiter ansprechen sollte.
Die Umsetzung erfolgte im Klassenverbund, indem sich die Kanten- und Flächenveredler mit den Glasmalern die Arbeiten nach Gewerken aufteilten. Um das parallele Arbeiten mehrerer Personen zu gewährleisten, wurde die Abbildung in ihrer Originalgröße auf drei hintereinanderliegende Ebenen und drei nebeneinander platzierte Felder aufgeteilt. Dies hatte zudem eine intensivere Tiefenwirkung zur Folge. Eine besondere Herausforderung bei der praktischen Umsetzung lag in dem Verzicht auf den individuellen Duktus, da das Ergebnis des Gesamtbildes optisch homogen erscheinen sollte. Planungskompetenz, räumliches Vorstellungsvermögen, aber auch Beobachtungsgabe, Teamfähigkeit und handwerkliches Geschick liegen dieser faszinierenden Interpretation des Gemäldes zugrunde.
Die Schülerinnen der beiden vierten Klassen beschäftigten sich begeistert mit dem Thema Klima- und Umweltschutz. Für die künstlerische Gestaltung hatten die Lernenden vielfältige Ideen, die sie zuerst grob skizzierten und dann detailreich in Einzel- oder Partnerarbeit umsetzten. Dazu wählten sie Buntstifte, Filzstifte, Wasserfarben oder Wachsmalstifte. Das Thema, ihre Umwelt zu schützen, liegt den Schülerinnen sehr am Herzen.
Die vier Elemente
Projekt der Flex-Klasse (1/2)
Künstlerische Begleitung: Frau Weyand
Eine Flex-Klasse gestaltete gemeinsam eine Collage zu dem Thema „Die vier Elemente“. Welche Elemente gibt es? Wie werden diese durch die Menschen beeinflusst? Die Kinder erstellten einzeln passende Bilder zu den vier Elementen. Diese wurden dann zu einem großen gemeinsamen Bild zusammengefügt – ganz nach dem Motto: „Wir leben gemeinsam auf der Erde, nur gemeinsam sind wir stark und können etwas bewirken“.
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