Sophie-und-Hans-Scholl-Schule

KUNST ALS SPRACHE
Projekt der Sophie-und-Hans-Scholl-Schule

Künstlerische Begleitung: Tatjana Schneider und Helen Bierenbrodt

Kunst öffnet Möglichkeiten das Verborgene, Nichtwahrnehmbare unserer Welt und der eigenen Person sichtbar zu machen. Kunst zeigt Wege auf, unsere eigene Wahrnehmung und unsere Sichtweisen anderen Menschen zugänglich zu machen und dadurch in einen Dialog zu kommen.

Die Arbeiten von Schülerinnen und Schülern verschiedener Jahrgangsstufen aus unterschiedlichen Materialien und Techniken thematisieren gesellschaftliche Verständigungswege, die in allen kulturellen und sozialen Kontexten lesbar sind. Durch die haptische Herangehensweise wie dem Filzen liegt das Augenmerk auf der Verwendung der Stoffe wie Wolle und ihrer spezifischen Handhabung und Gestaltung, die in unserem zunehmend digitalisierten Alltag stetig an Bedeutung verliert.

Die imponierenden Filzobjekte, die auf altem Kaffeegeschirr angerichtet sind und uns appetitlich zu Kaffee und Kuchen einladen, erhellen unseren Blick auf das Glasobjekt Hier können Familien Kaffee kochen. Durch die thematische und räumliche Dichte in der Ausstellung gehen die beiden Kunstwerke eine enge Verbindung ein, bereichern sich gegenseitig und ermöglichen neue Verknüpfungen, die unsere Wahrnehmung und Durchdringung erweitern und vertiefen kann.  

Studienseminar GHRF

STEINE.VERBUNDENHEIT.STREETART
Projekt des Studienseminars GHRF
Künstlerische Begleitung: Thomas Holzbeck und Kerstin Pütz

Im Wald, in der Natur und in der Stadt leuchten kleine Botschaften als Zeichen der Hoffnung, der Freude, der Kommunikation und des gegenseitigen Mutmachens.

Junge Lehrer:innen im Vorbereitungsdienst haben in der Kunstwerkstatt des Studienseminars Steine mit Träumen, Hoffnungen und Wünschen bemalt und beschriftet. Dabei sind individuelle Kunstwerke entstanden, die in diesen besonderen Zeiten Optimismus und Zuversicht schenken sowie für ein friedliches Miteinander werben.

Ein Trend im urbanen und ländlichen Raum, der über Social-Distancing und Grenzen hinweg Gemeinsamkeit und Verbundenheit ausdrückt!

Beiträge unserer Gymnasien

GEFÜHLE AM BEISPIEL EINES PORTRAITS
Projekt in der E-Phase der St. Ursula Schule in Geisenheim
Künstlerische Begleitung: Kristina Wentnagel

In Anknüpfung an die theoretische Auseinandersetzung der bildinhaltlichen Strukturen fertigten die Schüler:innen spannende Porträts. Der Schwerpunkt lag auf der Figur-Hintergrund-Beziehung und der Farbgebung.

ANGST ÜBER MIMIK, SCHATTEN UND SCHRAFFUR
Projekt der Klasse 9a der St. Ursula Schule in Geisenheim
Künstlerische Begleitung: Kristina Wentnagel

Aufgabenstellung: 
Gestalte zeichnerisch eine beängstigende Situation, die den Betrachter für einen Moment einfängt.

MY UNIVERSE IN A NUTSHELL
Projekt in der E-Phase der Gustav-Heinemann-Schule in Rüsselsheim
Künstlerische Begleitung: Stella Beneschovsky

Die entstandenen Werke wurden von Schüler:innen der Gustav-Heinemann-Schule Rüsselsheim im Rahmen einer Unterrichtsreihe zum Thema „MY UNIVERSE IN A NUTSHELL“ in der E-Phase gestaltet. Diese Reihe wurde geplant und durchgeführt von Stella Beneschovsky, Lehrkraft im Vorbereitungsdienst am Studienseminar Wiesbaden.

Die Schüler:innen haben folgende Aufgabe erhalten:

Stellen Sie sich vor, wie Sie eine Walnuss knacken. Aber es kommt nicht der Nusskern zum Vorschein, sondern Ihre eigene kleine Welt. Ihr Universum ist erfüllt von dem was Sie als Person ausmacht, mit den Dingen, die Ihnen wichtig sind, mit dem was Sie sich aus Ihrem Leben nicht wegdenken wollen. Entwerfen Sie ein zeichnerisches Selbstporträt zum Thema.

WAS MEIN BLEISTIFT ALLES KANN
Projekt der Klasse 5a der Gutenbergschule in Wiesbaden
Künstlerische Begleitung: Anna Krippner

In einem kleinen Video stellt die Lehrkraft im Vorbereitungsdienst ihr Projekt selbst vor, bei dem beeindruckende Selbstporträts der Schüler:innen entstanden sind.

Staatliche Glasfachschule Hadamar

I HAVE A DREAM …
Projekt der Staatlichen Glasfachschule Hadamar
Künstlerische Begleitung: Carolin Schwarz

Zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und Stärkung der sozialen Verantwortung wurde das Ausstellungsprojekt I have a dream in individuellen Glasobjekten umgesetzt. Idealerweise konnten die Schülerinnen und der Schüler der Abschlussklasse des Ausbildungsberufes Glasveredler:in Aspekte aus dem eigenen Lebensraum verarbeiten.

Während des lebhaften und tiefgründigen Entwicklungsprozesses, in dem sich die Lernenden eingehend mit den unterschiedlichen Aufgabenstellungen auseinandergesetzt und an einer positiven Sichtweise für möglichst alle Beteiligten gearbeitet haben, wurde ihnen die Vielschichtigkeit und Komplexität einer Lösungsfindung noch einmal ganz besonders bewusst. Dies führte zur Vision, dass jeder Mensch in seiner Umgebung achtsam, respektvoll, tolerant und reflektiert agieren sollte.

Bei der Entstehung der beeindruckenden, ausgesprochen detaillierten und aussagestarken Glasobjekte wurden kreative Anwendungsmöglichkeiten der erlernten Handwerkstechniken genutzt und diese in intensiven Arbeitsprozessen am eigenen Glasobjekt sowie teilweise in Teamarbeit umgesetzt.

HIER KÖNNEN FAMILIEN KAFFEE KOCHEN
Projekt der Staatlichen Glasfachschule Hadamar
Künstlerische Begleitung: Andrea Hebgen

Der dritte Jahrgang der Ausbildungsberufe Glasmaler:in sowie Kanten- und Flächenveredler:in hat sich in einer gemeinsamen Projektarbeit mit dem Bild Hier können Familien Kaffee kochen von Hans Baluschek (1870-1935) beschäftigt. Bei dem Original handelt es sich um ein Ölgemälde, das 1895 entstand und eine Größe von 65,5 cm x 98 cm hat. Der Künstler Hans Baluschek, dessen 150. Geburtstagsjubiläum im letzten Jahr auch mit einer Ausstellung im Berliner Bröhan-Museum begangen wurde, wäre erstaunt wie aktuell seine Arbeiten in der Gegenwart sind.

Als Naturalist und sozialkritischer Künstler lag sein Augenmerk auf dem gemeinen Leben. Ungeschönt bildete er die Nichtprivilegierten seiner Zeit ab. In dem Werk geht es im Kern um den kreativen Umgang mit dem Verbot für Gaststätten Getränke und Speisen zu verkaufen. Es wurde erlassen, da sich die Wirte der Ausflugslokale im Berliner Umland weigerten die preußischen Getränkekonzessionen zu zahlen. Vor diesem Hintergrund entstand die originelle Idee, den Gästen lediglich die Geschirrnutzung und heißes Wasser in Rechnung zu stellen. Getränke und Speisen brachten die Gäste selbst mit. Hieraus entstand der Slogan „Hier können Familien Kaffee kochen“, der überwiegend im Berliner Raum das Milieu der Kleinbürger und Arbeiter ansprechen sollte.

Heute bietet das Bild Raum zur Interpretation in Bezug auf die Lage der Gastronomie, des Handels sowie der Industrie und wurde deswegen zum Projektgegenstand für diese Ausstellung. Es steht für die Kreativität, in einem eingeschränkten Alltag Lösungen für ein Einkommen und Bedürfnisse zu finden.

Die Umsetzung erfolgte im Klassenverbund, indem sich die Kanten- und Flächenveredler:innen mit den Glasmaler:innen die Arbeiten nach Gewerken aufteilten. Um das parallele Arbeiten mehrerer Personen zu gewährleisten, wurde die Abbildung in ihrer Originalgröße auf drei hintereiProjekt der Staatlichen Glasfachschule Hadamarnanderliegende Ebenen und drei nebeneinander platzierte Felder aufgeteilt. Dies hatte zudem eine intensivere Tiefenwirkung zur Folge. Eine besondere Herausforderung bei der praktischen Umsetzung lag in dem Verzicht auf den individuellen Duktus, da das Ergebnis des Gesamtbildes optisch homogen erscheinen sollte. Planungskompetenz, räumliches Vorstellungsvermögen, aber auch Beobachtungsgabe, Teamfähigkeit und handwerkliches Geschick liegen dieser faszinierenden Interpretation des Gemäldes zugrunde.

Die imponierenden Filzobjekte, die auf altem Kaffeegeschirr angerichtet sind und uns appetitlich zu Kaffee und Kuchen einladen, erhellen unseren Blick auf das Glasobjekt Hier können Familien Kaffee kochen. Durch die thematische und räumliche Dichte in der Ausstellung gehen die beiden Kunstwerke eine enge Verbindung ein, bereichern sich gegenseitig und ermöglichen neue Verknüpfungen, die unsere Wahrnehmung und Durchdringung erweitern und vertiefen kann.  

Mittelstufenschule Dichterviertel

Taunus.Wald.Wiesbaden
Projekt der Mittelstufenschule Dichterviertel
Künstlerische Begleitung: Olli Back

Schüler:innen der Klassen 7 bis 10 der Mittelstufenschule Dichterviertel in Wiesbaden haben den Corona-Schul-Lockdown genutzt, um im Wald unterwegs zu sein. Mit ihren eindrucksvollen und ausdrucksstarken Gemälden, für die sie eigene Fotos als Vorlagen genutzt haben, nehmen sie uns mit in den Wald und lenken unseren Blick auf einen besonderen, atmosphärisch dichten Ort in unserer nächsten Umgebung.

Durch den Lockdown erhält der Wald für viele Menschen eine neue Bedeutung und wirkt ein bisschen wie ein „aus der Zeit gefallener Zufluchtsort“, wie die Journalistin Anne Burgmer bemerkt. Und auch die Schüler:innen staunen, wie der Wald während der Pandemie eine hohe Anziehungskraft entfaltet und in ihrer Wahrnehmung stärker ins Bewusstsein rückt.

Auf die Idee ein Projekt zum Wiesbadener Wald zu machen, kamen die Lernenden durch die Beschäftigung mit dem Klimawandel und den Zielen der Fridays-for-Future-Bewegung, Berichten über den Zustand des Stadtwaldes sowie das sichtbare, großflächige Absterben der Fichten. Ihr Ziel: auf den Wiesbadener Wald aufmerksam machen, um für seinen Schutz und den Wiederaufbau zerstörter Gebiete zu sensibilisieren.

Um seine Schönheit zu zeigen und ein positives Interesse für den Wald zu wecken, malten die Schüler:innen Bilder von „romantischen“ Motiven aus dem Stadtwald. Jedes Bild wurde zusätzlich mit einem passenden Text aus dem Bereich der Naturlyrik versehen.

Doch was ist ein Projekt ohne musikalische Begleitung? Die erfolgreiche Schulband arbeitet auf der Grundlage der von den Bandmitgliedern wiederentdeckten Sinfonie „Im Walde“, die 1869 von Joachim Raff in Wiesbaden komponiert wurde, an neuen Songs.

Die Schüler:innen wollten aber auch konkret im Wald etwas tun und hatten einen Kontakt zum Forstamt hergestellt, um bei Aufforstungsaktionen aktiv mitzuwirken. Aufgrund der Corona-Maßnahmen konnte dieses Vorhaben zu ihrem großen Bedauern bisher noch nicht umgesetzt werden, was jedoch sobald wie möglich nachgeholt wird.

Die engagierten Lernenden, die bereits Preisträger des Leonardo-Projektes der Wiesbaden Stiftung waren, möchten außerdem finanzielle Hilfe leisten, damit viele Baumsetzlinge angepflanzt werden können.

Der Plan: Spenden sammeln, ausgewählte Waldgemälde sowie CDs mit den Waldsongs verkaufen und auf hohe Resonanz hoffen!

Rabenschule

I HAVE A DREAM
Projekt der Rabenschule
Künstlerische Begleitung: Tanja Schäfer

Die Schüler:innen der Jahrgangsstufe 4 haben in einer Mixed Media Technik ihre Träume in einem DIN A2-Format künstlerisch umgesetzt. Zunächst wurde ein Untergrund aus Buchseiten angefertigt. Beim Zusammenfügen der Collage wurden Zeitungsbilder verwendet und mit dem Einsatz von Acrylfarbe experimentiert. Mit Schablonentechnik sowie Pinseltupf- und Spritztechnik wurden die Bilder finalisiert. Die Träume der Kinder wurden formuliert und in unterschiedlicher Form anschließend auf das Bild gebracht.

In dem nach folgenden Film stellen die Lernenden ihre Bilder und Träume vor:

Lindenschule

ICH HABE EINEN TRAUM …
Abstände und Distanz: Freundschaft in Zeiten von Corona
Projekt der Lindenschule
Künstlerische Begleitung: Laura Aydogan, Claudia Odermatt und Maire Pirttila

Schüler:innen aller Jahrgangsstufen der Lindenschule, einer Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung, haben sich intensiv mit den gravierenden Veränderungen ihres Schulalltages beschäftigt. Über das Medium der Kunst wurden die Lernenden angeregt, sich mit der aktuellen Situation durch die Pandemie auseinanderzusetzen und eigene Träume oder Wünsche zu entwickeln. In diesem kreativen Prozess sind interessante, ausdrucksstarke Bilder, Collagen und Skulpturen aus Naturmaterialien entstanden. Dabei kamen vielfältige Techniken, Farben und Materialien zum Einsatz.

Positive Energie strahlen die Collagen aus, die das Miteinander, die Nähe, das gegenseitige An-die-Hand-nehmen als Wunsch betonen und Hoffnung auf die gemeinsame Bewältigung der schwierigen Umstände machen, die durch das Gefühl des Alleinseins und die Trennung von Freunden gekennzeichnet sind.

In Gegenüberstellungen thematisieren die Schüler:innen z.B. die Frage, wie sich Freundschaften verändert haben und was das Tragen des Mundschutzes für die Kommunikation gerade auch der Lernenden ohne Verbalsprache bedeutet.

Eine Lerngruppe stellte eine Corona-Ampel mittels Materialcollagen dar. Mit Fingerfarben bemalten sich die Schüler:innen die Füße und stellten sich in dem neuen Abstand von 1,5m gegenüber. Auf einem anderen Bild liefen sie durcheinander, als Gegenüberstellung zu vorherigen Zeiten. Das Malen mit dem Körper ermöglicht den Lernenden ganzheitlich mit Farben emotional zu gestalten und so einen Zugang zum künstlerischen Gestalten zu erlangen.

Neben der gestalterischen Umsetzung entstand in der Berufsorientierungsstufe ein Mutmach-Gedicht, in dem die Klassengemeinschaft als Ort der Hoffnung, Begegnung und des Zusammenhaltes in schwierigen Zeiten dargestellt wird.

Sehr berührend sind auch die Werke der Schüler:innen mit schweren Behinderungen, die durch die Technik der Farbschleuder und des Action Paintings ebenfalls am Projekt teilhaben. Tolle Farbexplosionen erinnern an eine Virenschleuder.

Hermann-Ehlers-Schule

TRÄUME – WÜNSCHE – HOFFNUNGEN
Projekt an der Hermann-Ehlers-Schule
Künstlerische Begleitung: Ariane Schmidtmann

Wovon träumt ihr? Was wünscht ihr euch? Welche Hoffnung hegt ihr?

So lautete in diesem Jahr die Fragestellung im Fach Kunst an die Schüler:innen der Klassen 9b und 9d der Hermann-Ehlers-Schule. Entstanden sind bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema rund 100 Plastiken, Collagen und Fotos.

Traumfigur sucht Geborgenheit

Zu Beginn des Projekts sollten die Schüler:innen zunächst nur in Stichworten notieren, wovon sie träumen, was sie sich wünschen und was sie sich erhoffen. Bereits in den ersten Kunststunden zeigte sich, dass es in der jugendlichen Vorstellungswelt viele Gemeinsamkeiten gibt: den Wunsch nach einer intakten Familie, nach Gesundheit und nach Wohlstand teilten viele Teenager. Einige Schüler wünschen sich auch einen guten Schulabschluss, aber vor allem Freundschaften und eine Partnerschaft, die ewig halten solle – am liebsten ein ganzes Leben lang. Geborgenheit und Beständigkeit lassen sich damit ganz klar als feste Größen im imaginären Kosmos der Jugendlichen erkennen, die immer wieder zum Vorschein kamen. Hier und da durfte darüber hinaus natürlich auch der Wunsch nach dem Traumberuf, dem Traumauto oder der Traumfigur nicht fehlen.


Abheben über dem Abgrund

Noch spannender als die Wünsche und Hoffnungen sind vielleicht die Arbeiten zum Thema Alpträume. Auch dieser Herausforderung stellten sich die Schüler:innen mit viel Engagement. Als häufige Motive kristallisierten sich der Sturz aus großer Höhe oder das Vermögen im Traum zu fliegen heraus.


Verborgene Welten

Die praktische Umsetzung der Frage- und Aufgabenstellung begann damit, dass die Lernenden zunächst Schuhkartons komplett schwarz lackierten. In den einzelnen Kartons kreierten sie dann ihre eigene Traumwelt. Die Betrachter:innen bekommen nur durch ein kleines Loch im Deckel Einsicht in diesen verborgenen Kosmos: Träume, Wünsche und Hoffnungen sind etwas sehr Persönliches – da waren sich alle einig. Etwas, das man nicht mit jedem ungeschützt teilen möchte. Deswegen wird durch das Guckloch auch nur ein kleiner Bereich dieser sehr privaten Welt sichtbar.

Verlassene Kartons

Aufgrund des erneuten Lockdowns im Dezember war es leider vielen Schülerinnen und Schülern nicht möglich, ihren angefangenen Karton fertigzustellen. Aus der Not heraus kam der Gedanke auf, das Projekt über die Kartons hinaus zu erweitern und Hoffnungsmaschinen zu montieren und zu collagieren. Die Schüler:innen konstruierten aus Darstellungen von Zahnrädern, Rohren und Federn eine Kernmaschine, um dann mit Hilfe von ausgewählten Bildern aus Zeitschriften und Zeichnungen ihr Produkt aus Träumen, Wünschen und Hoffnungen zu erschaffen.


Digitale Spielerei

Schließlich haben die Lernenden mit ihrer Kunstlehrerin den viel bemühten Slogan von der Digitalisierung der Schulen auf ihre Weise interpretiert: Sie fotografierten die Exponate und druckten sie großformatig aus. Das hat zum einen den Vorteil, dass sie jederzeit ohne großen Aufwand ausgestellt werden können und erlaubt zum anderen mit den Formaten zu spielen. Bei den letzten Arbeitsschritten haben die Fotografin Ludmila Lorenz sowie die Journalistin Gabriella Vitiello professionell unterstützt.

Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule

(NO) CONTROL?!
Projekt der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule
Künstlerische Begleitung: Evs Zackl, Eva Moore und Silke Tübbecke

Schüler:innen der Klassenstufen 1 bis 12 der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule, einer Förderschule mit dem Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, haben ihre Empfindungen zum veränderten Alltag unter den Maßnahmen der Corona-Pandemie durch die Anwendung von Zufallsverfahren zum Ausdruck gebracht. Bekannte und Orientierung bietende Strukturen lösen sich auf und sorgen nicht nur bei den Lernenden für Verunsicherung. In ihrem Kunstprojekt thematisieren die Lernenden unter sensibler Anleitung ihrer Lehrkräfte das allmähliche Entgleiten der Kontrolle.

Mit dem Einsatz der Techniken des Fluid und Action Paintings sowie der Tropfen- und Nass-in-Nass-Malerei sind großartige Bilder mit hoher Tiefenwirkung entstanden. Aus zunächst scheinbarer Strukturlosigkeit und dem Loslassen-Müssen im Gestaltungsprozess entsteht etwas Neues, Überraschendes und ausgesprochen Ästhetisches. Die Arbeit mit Zufallsverfahren unterstützt die Offenheit für Unbekanntes, die Freiheit für Noch-Nie-Dagewesenes und die Fähigkeit zur Improvisation. Und all dies können wir gut gebrauchen, um mit der gesellschaftlichen und persönlichen Ausnahmesituation leichter umgehen zu können.