(Foyer)
Thema: Ich male mir die schulische Welt, wie sie mir gefällt
Künstlerische Begleitung: Claudia Löffler, Laura Aydogan, Irina Pestov, Annabelle Loch, Miriam Trübenbach
Klasse: Mittelstufe (M1)

Unsere Idee war es, mit unseren beiden Klassen aus dem SMB Bereich (Lernende mit schweren und mehrfachen Behinderungen) etwas zu kreieren, an dem sie aktiv teilhaben und das Kunstobjekt maßgeblich selbst gestaltet können.
Da unsere Kinder viele unterschiedliche Sinneseinschränkungen haben, entschieden wir uns für Fingerfarbe und Körperpainting, da der Gestaltungsprozess hier ganz individuell von den Schülerinnen und Schülern selbst ausgehen kann. Einige haben nur mit den Händen und Füßen gemalt, andere mit dem ganzen Körper.

Als Grundlage für die Kunstwerke dienten weiße Betttücher, die wir am Ende in Streifen geschnitten haben. Auf diese Weise wurde eine Installation im Sinne eines Vorhangs gestaltet. Dadurch entstand ein Raum im Raum, der aber durch die Betttuchstreifen durchlässig und transparent zu allen Seiten ist. Man kann sich hineinbegeben und in die Welt unserer Lernenden eintauchen, dabei aber immer noch die Außenwelt betrachten und hin- und herwechseln.
Die Welt der Lernenden ist bunt und individuell, jeder Streifen ist ein Unikat. Die Durchlässigkeit des Vorhangs soll auch die Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe symbolisieren, die auch unseren Schülerinnen und Schülern zusteht, auch wenn individuelle Bedürfnisse eigene Systeme erfordern, die Schutz und Rückzug beinhalten.
Unsere Kinder sind Teil der menschlichen Gesellschaft, auch wenn sie oftmals wenig Beachtung finden. Ein beweglicher Vorhang, bunt und leicht, der beide Welten verbindet, ist unsere Message für: “die Welt, wie sie mir gefällt!“

In der Lindenschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung haben wir eine sehr heterogene Schülerschaft mit besonderen Bedürfnissen und vielfältigen Interessen. So individuell die Sichtweisen und Wahrnehmungen der Schülerschaft sind, so bunt und vielfältig sind auch die Themengestaltung und die Umsetzung der Kunstwerke. Wir haben uns hierbei auf die schulische Wunschwelt der Schülerschaft sowie an deren Bedürfnissen und Interessen fokussiert. Um sich in der schulischen Welt wohl zu fühlen, benötigen die Schüler ganz individuelle Möglichkeiten, um sich zu entfalten. Da etliche Schüler nicht sprechend sind und rein sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten fehlen, kann das Mittel der Kunst eine Brücke sein, um innere Gefühlswelten sichtbar werden zu lassen.

Die Kunst-AG erprobt mit den Schülern verschiedene Techniken. Die Gestaltung der Kunstwerke findet sowohl im freien als auch im angeleiteten Setting statt. Hier haben sich die Schüler freiwillig in die Nachmittags-AG eingewählt, um bei dem Kunstprojekt mitzuwirken. Alle Schüler sind sehr kreativ und malen in ihrer Freizeit.
Die G 3 arbeitet mit der Collagetechnik. Es wurden Schüler in Momenten fotografiert, in denen sie sich innerhalb der schulischen Welt glücklich und geborgen fühlen, z.B. bei einer bestimmten Tätigkeit oder an einem bestimmten Ort. Der Hintergrund wurde mit Temperafarben durch die Schüler ausgestaltet und anschließend das Foto aufgeklebt.

